STIPENDIEN

Die Elisabeth Käsemann Stiftung unterstützt ein Dissertationsprojekt mit dem vorläufigen Titel "Die deutschen und deutschstämmigen Opfer der Argentinischen Militärdiktatur 1976-1983 und die Reaktionen der Bundesrepublik auf diese Problematik".

 

Abstract

Während der letzten argentinischen Militärdiktatur wurden tausende Personen entführt und gefoltert. Knapp 100 der Opfer waren deutscher/deutschstämmiger Herkunft. Dieser Gruppe wurde bisher systematisch und wissenschaftlich keine Aufmerksamkeit geschenkt. Der Großteil der Opfer ist deutschstämmig und lebte bereits lange Zeit in Argentinien. Deren Vorfahren waren nach Argentinien emigriert, vor allem ab 1918, ab 1933 kamen besonders viele Juden hinzu und ab 1945 auch Deutsche mit NS-Vergangenheit. Allerdings waren auch Deutsche mit doppelter oder ausschließlich deutscher Staatsbürgerschaft betroffen, die Anspruch auf Hilfe deutscher Institutionen hatten. Die BRD, die gute wirtschaftliche und militärische Beziehungen zur argentinischen Diktatur unterhielt, rettete keines der Opfer, während andere ausländische Opfer von ihren Regierungen befreit wurden.

In dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, was und wie man anhand der Biographien auf die politische Ebene schließen kann. Schlussfolgerungen von der individuellen auf die allgemeine Geschichte werden möglich, indem die Lebensgeschichten als Sonde für politische Reaktionen genutzt werden. Mittels der Kollektivbiographik sollen Parallelen und Differenzen bei den verschiedenen Lebenswegen herausgearbeitet werden, Oral-History-Befragungen sollen helfen, Lücken zu schließen. Das Projekt soll eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang der deutschen Botschaft Buenos Aires und dem Auswärtigen Amt mit den Opfern sein. Außerdem leistet es einen Beitrag zur Erinnerungskultur beider Länder und zur kritischeren Auseinandersetzung mit Menschenrechtsverletzungen im Ausland.

 

 

 

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